Mit Fasten ins neue Jahr

Hallo und Willkommen in 2018! Wie seid ihr in diesem Jahr angekommen? Mit Leichtigkeit und Vorfreude oder mißtrauisch, was das  neue Jahr so bringen wird? Ich versuche im Januar immer Platz zu schaffen für Neues – in mir, wie in meinem Zuhause. Am einfachsten ist es bei sich selbst anzufangen – naja vielleicht nicht am einfachsten – aber ich denke am wichtigsten. So habe ich mich am Neujahrstag für eine Fasten-Detoxwoche entschieden. Wie ihr wisst bin ein echter Fastenfan, wobei ich am liebsten dazu weg fahre – hier habe ich schonmal darüber geschrieben.

Diesmal habe ich mich dazu entschlossen zuhause zu fasten. Aber was ist eigentlich Fasten?

Fasten ist der bewusste, freiwillige (im Gegensatz zum Hungern) Verzicht auf feste Nahrung und Genussmittel für eine begrenzte Zeit. Fasten ist Erneuerung von innen, es reinigt und regeneriert. Richtig durchgeführt besteht kein Hunger und man bleibt körperlich und geistig voll leistungsfähig.

Mal schauen, ob diesmal auch zuhause alles so wird, wie es die Definition verspricht. Angefangen habe ich mit einem Entlastungstag.

Entlastungstag:  Obst, Birchermüsli, Nüsse, Leinsamen, Weizenkleie. Alles was viel Ballaststoffe hat und für eine weiche Darmfüllung sorgt. Viel trinken!

Denn der erste Tag fängt mit einer gründlichen Darmentleerung mit Glaubersalz an ( 30g Glaubersalz in 1/2l Wasser auflösen und trinken) oder mit einem Einlauf. Hört sich etwas abartig an, aber alle die schon mal gefastet haben, wissen um die erleichternde Wirkung. Danach gibt es einen schönen Morgentee. Mein Favorit ist gerade der Detoxtee von Pukka. Schön ist aber auch Rosmarintee – der ist anregend und super bei niedrigem Blutdruck.

Mittags und abends gibt es Gemüsebrühe, Gemüsecocktail oder Obstsaft. Nach dem Mittag“essen“, das ihr trotzdem gut „kauen“ solltet (ihr tut einfach so, als ob es etwas zu kauen gäbe), gibt es einen Leberwickel: Hierfür ein feuchtes Tuch auf die Leber, eine Wärmflasche drauf und eine halbe Stunde hinlegen und ruhen. Die Leber entgiftet nämlich am besten im Liegen.

Nachmittags einen kleinen Spaziergang und dabei alles ein bisschen langsamer angehen lassen. Hier spüre ich das erste Mal, wie gut es ist im Urlaub zu fasten, denn der erste Tag ist total anstrengend für mich und ich fühle mich nur schlapp und will nach der Mittagsruhe gar nicht mehr aufstehen. Da es den ganzen Tag regnet, gönn‘ ich mir ohne schlechtes Gewissen viel Ruhe, Wärme und Schlaf.

Der zweite Fastentag beginnt mit einem Morgentee im Bett, eventuell mit 1/2 TL Honig. Gegen die noch vorhandenen Hungerreste viel Wasser trinken und kontrollieren, ob der Urin hell ist. Dieses Mal habe ich die ganze Zeit einen schrecklichen Geschmack im Mund, gegen den, außer Zähne und Zunge putzen auch mal eine Scheibe Zitrone hilft. Schrecklich ist auch meiner Familie beim Essen zuzuschauen und dabei stark zu bleiben. Gegen abendlichen Hunger hilft früh ins Bett zu gehen,  z.B mit einer gr0ßen Tasse Hopfentee. Die Nacht gestaltet sich nicht so toll, denn ich bin zwar schnell eingeschlafen, aber um zwei Uhr nachts schon wieder wach und das fast bis zum Morgen.

Hier hilft dann nur lesen oder einfach die Zeit geniessen über Dinge nachzudenken, für die man sonst tagsüber keine Zeit hat. Habe diesmal auch das Gefühl, daß meine seelische Müllabfuhr auf Hochtouren läuft. Dies empfinde ich nicht als besonders angenehm, aber wenn ich mir klar mache, daß es sich um eine Reinigung auf allen Ebenen handelt, ist das doch tröstend und befreiend.

Der dritte Fastentag beginnt äußerlich mit einem ziemlich zerknittertem Gesicht und innerlich mit einem Einlauf, gefolgt von leckerem Morgentee. Nach so einem Einlauf verschwinden die restlichen Hungergefühle und man fühlt sich super gereinigt. An diesem Tag habe ich auch das erste Mal Lust auf eine kleine Yogasequenz. Danach mittags wieder lecker Gemüsebrühe, mit anschließendem Leberwickel. Nachmittags fange ich an das Haus auszumisten, Papiere zu sortieren und den Christbaum abzubauen. Also Reinigung auf allen Ebenen.

Am vierten Tag fühle ich mich so fit, daß mein Mann und ich uns eine Auszeit in der Sauna gönnen. Ich fühle mich auch stark genug mal wieder für die Familie zu kochen, worauf ich die letzten Tage verzichtet habe. Muß aber auch sagen, daß meine Kinder schon gr0ß sind und selbst kochen können. Mein Mann ist da eh ganz unkompliziert und macht mir auch kein schlechtes Gewissen – den Stress mach‘ ich mir dann selbst ;-). Ansonsten verlaufen die Fasttage essenstechnisch immer gleich. Morgentee – Gemüsebrühe – Gemüse oder Obstsaft. Viel Tee und Wasser!

Bin heute am fünftem Fastentag angekommen und fühle mich super stolz, es bis hierhin geschafft zu haben. Heute nochmal gleiches Programm und dann geht es morgen an den ersten Aufbautag. Meine Haut fühlt sich schon super glatt an, obwohl ich mich im Gesicht immer noch ziemlich zerknittert fühle.

Der erste Aufbautag beginnt mit einem Apfel, der gut gekaut wird und dann gibt es mittags eine Kartoffelgemüsesuppe und abends Kartoffeln mit Salat und ein paar Körnern.

Die nächsten Tage am besten auf tierische Produkte verzichten, am ehesten gehen Quark und Buttermilch. Einfach wieder die Freude an den einfache Dingen des Lebens haben, dieses Gefühl spüre ich nach einer solchen Woche immer ganz stark.

Die Fastentage zeigen einem aber auch, wie toll der eigene Körper auch ohne feste Nahrung funktioniert. Diesmal empfinde ich allerdings die Entgiftung anstrengender als die Fastenzeiten zuvor: vielleicht besonders nach den Feiertagen, vielleicht aber auch weil ich diesmal zuhause faste, vielleicht liegt es aber auch einfach am Alter. Auf das kann man jetzt ab 50 alles schieben ;-).

Ein tolles Buch, das mir jedes Mal bei meiner Fastenwoche hilft, ist: Wie neugeboren durch Fasten. Auf dieser Grundlage haben meine Eltern schon vor mehr als 30 Jahren gefastet.

Rezept für meine zwei Lieblingsfastenbrühen:

Selleriebrühe:

250 g Sellerieknolle, etwas Lauch und Karotten, je 1⁄2 TL Kümmel und Majoran, gekörnte Gemüsebrühe, 1 Prise frisch gemahlene Muskatnuss, 2 TL Hefeflocken, 4 TL frische gehackte Petersilie

  1. Sellerie, Lauch und Karotten putzen, waschen und ungeschält in kleine Würfel schneiden. 1 l Wasser aufkochen und das Gemüse darin 10 bis 20 Minuten weich kochen.
  2. Die Suppe vom Herd nehmen, durch ein feines Sieb streichen und mit den Gewürzen abschmecken. Mit den Hefeflocken und der gehackten Petersilie bestreuen.
Kartoffelbrühe:

250 g Kartoffeln, 2 Karotten , 1⁄2 Stange Lauch, etwas Petersilienwurzel, 1⁄4 Knolle Sellerie, je 1⁄2 TL Kümmel und Majoran, 1 Prise Meersalz, gekörnte Gemüsebrühe, 1 Prise frisch gemahlene Muskatnuss, 2 TL Hefeflocken, 4 TL frisch gehackte Petersilie

  1. Kartoffel, Karotten, Lauch, Petersilienwurzel und Knollensellerie gründlich putzen, waschen und ungeschält klein schneiden.
  2. In einem großen Topf 1 L Wasser aufkochen. Das Gemüse samt Kümmel und Majoran darin zugedeckt 10 bis 20 Minuten weich garen.
  3. Den Topf vom Herd nehmen. Die Suppe durch ein feines Sieb abgießen, das Gemüse mit einem Holzlöffel durchstreichen und mit den restlichen Gewürzen abschmecken. Mit Hefeflocken und gehackter Petersilie bestreuen.

Toll sind aber auch die Gemüsesäfte aus dem Reformhaus oder Bioladen! Einfach warm machen, sehr fein.

Wir hoffen wir konnten euch ein wenig Lust aufs Fasten machen! Lasst es euch gut gehen!

ChriSanThemen

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